Die Osterferien können kommen –Papierhandtücher haben wir genug

Andere machen jetzt Frühjahrsputz, passend zur Jahreszeit und den endlich wärmer werdenden Temperaturen. Putzen mal wieder die Fenster, waschen Vorhänge und Teppiche, wischen die Schränke aus. Um sich nach zwei, drei Tagen Arbeit über eine in neuem Glanz erstrahlende Wohnung zu freuen.
Das Lilalu-Team sitzt derweil schon seit einigen Tagen an Frühjahrs-Hygienekonzepten. Studiert die neueste Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, brütet über Bestelllisten, überlegt, wie viel Sprühkreide und Handschuhe man für zwei Wochen Ferienprogramm braucht, organisiert schnell ein paar Hundert Schnelltests. Um Münchner Kindern eine schöne und möglichst sichere Zeit bei den Lilalu-Oster-Workshops zu bereiten.

Wie viel Arbeit hinter der Umsetzung eines Hygienekonzeptes steckt, warum man dafür Sprühkreide braucht, weshalb man zwischendurch immer wieder die Hälfte umschmeißen und neu konzipieren muss und was es eigentlich mit den Papierhandtüchern auf sich hat, berichtet Karola Brandstetter, die neben dem Booking der Workshopleitenden auch das Hygienekonzept des Lilalu-Ferienprogramms verantwortet:

„Wir haben jetzt für die Osterferien insgesamt drei Versionen des Hygienekonzepts erstellt. Das ist nicht viel, letzten Sommer haben wir das Konzept mit den ganzen Maßnahmen zum Infektionsschutz in unseren Ferienprogrammen bestimmt sechs, sieben Mal neu geschrieben. Die wichtigsten Änderungen ergeben sich natürlich daraus, dass sich immer wieder die Quellen ändern; so haben wir ja inzwischen die 12. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

Aber jetzt ist das Konzept für die Osterferien fertig, und am Wochenende informieren wir unsere Hygienebeauftragten über die aktuellen Regelungen. Das machen wir immer erst ein, zwei Tage vor Workshopbeginn, damit das Personal immer auf dem aktuellsten Stand ist. Das Infopoint-Team bereitet bis zum Wochenende ganz viele Schilder vor – wir haben ja an den Standorten jeweils ein Farbleitsystem, das mit dafür sorgt, dass jedes Kind nur Kontakt mit seiner Workshop-Gruppe hat. Die Produktionsleitungen sorgen indessen dafür, dass alle Hygieneutensilien, vom Desinfektionstuch bis zur Teststation, am richtigen Ort landen.

Wie viel Material wir für eine Ferienwoche brauchen, rechnen wir einfach aus: Wir schauen zum Beispiel, dass alle Mitarbeitenden jeweils eine Packung Handschuhe, Reinigungstücher und Desinfektionstücher bekommen, dass für alle Beteiligten ausreichend Masken da sind etc. Außerdem brauchen wir Handschuhe in S bis XL, Plexiglasscheiben für den Infopoint, Handdesinfektionsmittel, Teleskopständer zur Markierung der Treffpunkte, Sprühkreide zur Markierung der Laufwege …

Das funktioniert ganz gut, das machen wir ja schon seit letztem Jahr so. Das Einzige, wobei wir uns echt schwergetan haben, war, hochzurechnen, wie viele Papierhandtücher man braucht, wenn sich die Kinder ständig die Hände waschen sollen. Wir haben das letzten Sommer mal für sechs Wochen ausgerechnet, aber zur Sicherheit erst mal nur den Bedarf für zwei Wochen bestellt. Dieser Bedarf hat dann für sechs Wochen Sommer gereicht und wird vermutlich noch bis Ende diesen Jahres reichen. Also, wir haben uns ein bisschen verrechnet. Aber das ist ja aktuell auch eine Wertanlage.“

Parkour, Musik, Events: unser Mitarbeiter und „Quotenmann“ Florian Bader

Als Jugendlicher drehte sich bei Florian Bader, genannt Flo, alles um Parkour. 2007, mit 14 Jahren, entdeckte er seine Leidenschaft für diesen Sport, der ja eigentlich eine Fortbewegungsart ist – mit dem Ziel, nur mit Hilfe des eigenen Körpers möglichst effizient von A nach B zu kommen, über alle Hindernisse hinweg, und dabei den Raum mit neuen Augen zu sehen. Flo trainierte viel, gründete in seiner Heimatstadt Herzogenrath (bei Aachen) mit anderen Parkourbegeisterten zusammen einen Verein und begann, weil er seine Freude an diesem Sport gerne weitergeben wollte, Kinder und Jugendliche zu trainieren.

Das Ferienprogramm Lilalu war also genau der richtige Ort für Flo: Vor sechs Jahren wurde er Workshopleiter für Parkour, erst in Dortmund (wo Lilalu seit 2012 zu Gast ist) und später auch in Ingolstadt. Nach einigen Jahren, die Flo als freischaffender Athlet gearbeitet hatte, beschloss er, nochmal etwas Neues anzufangen. Der heute 28-Jährige interessierte sich schon immer für die Organisation von Veranstaltungen. Ihn fasziniert der Gedanke, Menschen mit völlig verschiedenen Hintergründen in einer „Sache“ zu vereinen. „Jeder der schon einmal auf einem Konzert oder Festival war, kann das nachfühlen“, sagt er. So begann er im Herbst 2016 seine Ausbildung als Veranstaltungskaufmann bei Lilalu. Im Januar 2019 bestand er nach zweieinhalb Jahren erfolgreich seine Abschlussprüfung und war dann zunächst für das Booking im Schulbereich zuständig. Zu seinen Aufgaben gehörte die Akquise von Workshopleiterinnen und Workshopleitern für die Lilalu-Schulprogramme, die an 17 Münchner Schulen stattfinden. Zudem war er ständiger Ansprechpartner für das Personal und kümmerte sich um die Rechnungsbearbeitung und vieles mehr.

Inzwischen ist der Lilalu-Mitarbeiter voll und ganz im Veranstaltungsbereich tätig: Er ist verantwortlich für die Organisation bei Veranstaltungen in Turnhallen, auf dem Sommerfestivalgelände im Olympiapark sowie bei anderen Veranstaltungslocations. Flo mietet also beispielsweise die benötigten Transporter und koordiniert den Auf- und Abbau bei allen Lilalu-Ferienprogrammen und anderen Veranstaltungen. Er wählt geeignete Events aus, auf denen Lilalu sich präsentieren kann, und begleitet diese von den Verhandlungen über die Konzeption bis hin zur Durchführung und Nachbereitung. Außerdem verwaltet der Veranstaltungskaufmann unsere Materialien, ist zuständig für die Lagerführung und koordiniert externe Mitarbeiter und Dienstleiter vor Ort. Und auch mit der Ladung geballter Frauenpower kommt unser einziger Mann im Lilalu-Büroteam gut zurecht.

Bei Lilalu schätzt Flo vor allem das große Gemeinschaftsgefühl, das auch weit über das Büro-Team hinausgeht. „Gerade im Sommer wird einem erst klar, was für eine Größenordnung dieses Projekt hat und wie viele talentierte und interessante Menschen an diesem Projekt mitwirken. Es ist ein schönes Gefühl, nach einem Arbeitstag auf unserem Sommergelände noch mit den Workshopleitern gemeinsam im Biergarten zu sitzen und auf sich wirken zu lassen, was man alles geschaffen hat.“

Flo beim Auflegen. Foto: Sandy Rösch

Was seine Augen so richtig zum Leuchten bringt, wenn er davon erzählt, ist die Musik. Nebenbei ist der Wahl-Landshuter nämlich noch leidenschaftlicher DJ und Musikproduzent. Und auch privat läuft es bei unserem Quotenmann bestens, er hat nämlich dieses Jahr geheiratet und erwartet schon bald sein erstes Kind.

Viel Spaß und tolle Tage bei Lilalu: Ingolstadts OB Christian Scharpf übernimmt Schirmherrschaft

Lilalu in Ingolstadt hat einen neuen Schirmherrn: Dr. Christian Scharpf, SPD-Politiker, Jurist und seit 2020 Oberbürgermeister der Donaustadt, hat für das „außergewöhnliche Angebot“ gerne die Schirmherrschaft übernommen.

Oberbürgermeister Dr. Christian Scharpf. Foto: Herbert

Der 49-Jährige, der selbst drei Kinder hat und lange Zeit in München lebte, schreibt in seinem Grußwort zum Ingolstadt-Programm 2021:

„Seit einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie unseren Alltag. Leider hat sie auch die zwölfte Auflage des Lilalu-Ferienprogramms der Johanniter im vergangenen Jahr verhindert. Doch ich bin zuversichtlich und hoffe, dass die spannenden Workshops in diesem Sommer durchgeführt werden können, und möchte schon heute alle Kinder von vier bis 13 Jahren dazu herzlich einladen.

Nach den vielen Einschränkungen freuen sie sich bestimmt umso mehr auf Zirkus und Akrobatik, Tanz und Sport, Musik und Zauberei, und vor allem darauf, andere Kinder zu treffen und Freundschaften zu schließen.

Ein wenig Abwechslung und viele Anregungen für Körper und Geist sind momentan noch wichtiger als sonst

Ein wenig Abwechslung und viele Anregungen für Körper und Geist sind momentan noch wichtiger als sonst, und deshalb kommt Lilalu genau zum richtigen Zeitpunkt. Unter professioneller Anleitung können die Kinder hier viel Neues (kennen-)lernen, sich ausprobieren, ihre Geschicklichkeit und Kreativität ausbauen und ihre sozialen Kompetenzen trainieren.

Damit auch wirklich alle, die möchten, am Ferienprogramm teilnehmen können, gibt es ein Kontingent kostenfreier Plätze und Zuschüsse für Kinder aus Ingolstadt.

Seit vielen Jahren begeistern sich Kinder für das außergewöhnliche Angebot, das Lilalu in Ingolstadt zusammen mit dem Stadtjugendring organisiert. Ich danke allen, die zum Gelingen des Ferienprogramms beitragen, und wünsche den Kindern schon heute viel Spaß und tolle Tage bei Lilalu.“

Erprobte Alternativen – Rosalies Jahr 2020, von Online-Workshops bis Notbetreuung

Zu Beginn des letzten Jahres schien alles ganz normal zu sein. Rosalie, die ausgebildete Luftartistin und als echtes Lilalu-Urgestein vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bekannt ist, zeigte den jungen Artistinnen und Artisten in den Faschingsferien wie gewohnt Techniken, Tricks und Abfaller am Vertikaltuch. Vom „neuartigen Coronavirus“ hat sie, wie wir alle, zu diesem Zeitpunkt schon gehört. Welche Auswirkungen diese Nachricht auf den weiteren Verlauf des Jahres haben würde, war den meisten zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

Als die Thematik greifbarer wurde, mussten die Luftartistik-Workshops pausieren. Die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und Hilfestellungen an den Luftgeräten waren nicht mit den strengen Hygieneregeln zu vereinbaren, die Lilalu seit März umsetzt. So war Rosalie nicht wie geplant im Einsatz, langweilig wurde ihr aber dennoch nicht…

Rosalie, ausgebildete Luftartistin und langjähriges Mitglied der Lilalu-Familie, Foto: privat

Im ersten Lockdown gab es eine Maßnahme, die die meisten von uns so noch nicht erlebt haben: Gefühlt vom einen auf den anderen Tag schlossen Schulen und Kitas, die Kinder blieben zu Hause, die Eltern mussten umplanen. Um zumindest ein bisschen Abwechslung in die Münchner Kinderzimmer zu bringen, produzierte Rosalie, wie viele andere Lilalu-Workshopleiterinnen und Workshopleiter, Video-Tutorials, in ihrem Fall zum Thema Jonglage. „Sowas macht mir viel Spaß!“, berichtet uns Rosalie. „Eine Herausforderung ist die Technik, also zum Beispiel die Lichtverhältnisse und die Kameraführung. Und dass man vielleicht nicht die entsprechenden Räumlichkeiten hat.“ Da Rosalie aber bekanntlich prima erklären kann, wurde das Video sehr gut angenommen. Und sogar ein persönliches Feedback hat Rosalie erreicht, als sie im Olympiapark spazieren war: „Dort hat mich ein Vater angesprochen, dessen Kind mein Video gesehen hat und seitdem fleißig übt!“. Hier kannst du Rosalies Jonglage-Tutorial sehen.

Nachdem klar war, dass auch in den Pfingstferien kein Präsenz-Angebot stattfinden kann, konzipierte das Lilalu-Team das Online-Angebot Lilalu@Home. Rosalie war Teil des Themenbereichs „Geschick“ und gab den Teilnehmern auch dort Einblicke ins Thema Jonglage. Vor Beginn des Online-Angebots hatte Rosalie für das Begleitheft, das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorab per Post erhielten, Skizzen zu verschiedenen Jonglage-Techniken gezeichnet. Eine Herausforderung für Rosalie war hier, dass sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht wie sonst persönlich Hilfestellung geben konnte, „aber das Bällebasteln war schon ziemlich cool und die Grundlagen der Jonglage gingen auch gut.“.

Die Hoffnung und der Glaube daran, dass ein Präsenzangebot in den Sommerferien stattfinden kann, wuchsen nach den Pfingstferien immer mehr und motivierten das Lilalu-Team sehr. Auch Rosalie konnte es kaum erwarten, auch im „echten Leben“ wieder für glückliche Kinderaugen zu sorgen. Als klar war, dass das Angebot stattfinden kann, fiel allen Beteiligten und sicherlich auch vielen Münchner Familien ein Stein vom Herzen. Dennoch musste auch hier umgeplant werden: Um die Veranstaltungsgröße zu reduzieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Familien das Ferienprogramm gut erreichen können, fanden die Sommer-Workshops 2020 nicht zentral im Olympiapark statt, sondern an drei Standorten in München verteilt. Mit dabei war zum ersten Mal das Kulturzentrum Feierwerk am Westpark. Hier hat sich sowohl unser Team als auch unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr willkommen und wohl gefühlt, wie Rosalie erzählt: „Das war voll gut! Toller Ort, ganz angenehme Atmosphäre, auch von den Leuten her, die dort arbeiten. Der Park direkt um die Ecke mit ganz viel Platz war richtig gut! Man könnte in den Hallen wahrscheinlich sogar Luftgeräte aufhängen. Natürlich ist das Feierwerk was anderes als die Zelte im Olympiapark, die ja vor allem für die Show sehr schön sind, aber es war echt super.“

Zudem wurden für das Präsenzangebot in den Sommerferien 2020 eigens neue, kontaktarme Workshops konzipiert. Rosalie leitete vor Ort unter anderem den neuen Workshop „Hoop, Hüpf, Hurra! – Hula Hoop, Rope Skipping & Akrobatik“. Sie selbst sagt: „Rope Skipping funktioniert super, besonders das große Seil. Da hat man die ganze Gruppe dabei und kann viele schöne Sachen machen. Die Kinder konnten ihre eigenen Shows mit viel Kreativität gestalten.“ Eine persönliche Erinnerung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollte es natürlich auch geben. Nach der positiven Erfahrung mit dem Begleitheft bei Lilalu@Home gestaltete das Lilalu-Team für das Sommerferienprogramm eine überarbeitete und liebevoll an ein Präsenz-Angebot angepasste Variante. In dem ähnlich zu einem Tage- oder Freundebuch gestalteten Heft, konnten Notizen zur Workshopgruppe, den eigenen (Ferien-)Träumen und dem neu Gelernten gemacht werden. „Das war eine gute Idee.“, sagt Rosalie. „Man musste die Kinder schon ein bisschen motivieren, aber wir haben uns jeden Tag zusammen hingesetzt und es ausgefüllt. Mal morgens, mal nachmittags oder auch in einer Pause zwischendurch.“

Eindrücke aus den verschiedenen alternativen Angeboten

Die gefürchtete „zweite Welle“ erreichte uns bekanntlich im Herbst und hatte einen zweiten Lockdown zur Folge. So konnte das Weihnachtsferienprogramm leider nicht wie geplant stattfinden. Innerhalb kürzester Zeit konnte das Lilalu-Team aber auf eine Notbetreuung umstellen, um so den Münchner Familien, die auf eine Betreuung angewiesen sind, unter die Arme zu greifen. Rosalie war auch hier im Einsatz und hatte mit dem kleinen Team vor Ort und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spaß: „Die Kinder haben sich total gefreut, dass sie in der Turnhalle mal rumrennen oder auf den Matten toben konnten. Wir haben das Programm immer abgewechselt, mal kreativ, dann ein bisschen Jonglage und Rope Skipping, und immer wieder freies Spielen oder Gruppenspiele zwischendrin. Wir sind auch immer wieder mal eine halbe Stunde auf den Spielplatz raus. Den Kindern hat es offensichtlich sehr gut getan, mal wieder rauszukommen.“

Was wir aus dem vergangenen Jahr mitnehmen? In Zeiten Von Corona ist Flexibilität gefragt, aber eines ist sicher: Mit genügend Kreativität und Engagement geht immer was!

Übrigens: Rosalie freut sich schon jetzt auf die Osterferien 2021 – nach über einem Jahr sind hier endlich wieder Workshops in ihrer Lieblingsdisziplin, dem Vertikaltuch geplant.

Planungssicherheit für 2021 – Warum das für Familien so wichtig ist

Die Jahresplanung, die in den meisten Familien um den Jahreswechsel herum als fester Termin gilt und meist mit einem viel beschriebenen Kalender an der Kühlschranktür endet, gestaltet sich aktuell bekanntermaßen schwierig. Wovon soll man die Planung abhängig machen, wenn so viele Rahmenbedingungen ungeklärt sind?

Über diese und weitere Herausforderungen im Jahr 2021 haben wir uns mit Susanne Autengruber unterhalten.

Du bist Sachgebietsleiterin und Pädagogin bei Lilalu. Wie schätzt du die aktuelle Situation ein? Welche Herausforderungen gibt es?
Ich nehme die aktuelle Situation nicht nur im beruflichen Kontext als Herausforderung wahr, sondern sie betrifft mich, wie viele andere Eltern, auch privat. Ich bin Mutter zweier Kinder, deren Betreuung ich sicherstellen muss. Da mein Mann und ich beide voll berufstätig sind, konnten wir das Angebot der Notbetreuung nutzen. Aber es kommt schon auch vor, dass ich eine Videokonferenz habe und währenddessen auf meine Jüngste aufpassen muss. Da turnt sie halt auf mir rum, während ich versuche, mich auf das Gespräch zu konzentrieren.

Pädagogin und zweifache Mutter: Susanne Autengruber. Foto: privat

Beruflich beschäftigst du dich ja aktuell täglich mit den aktuellen Infektionszahlen, Regelungen und den daraus resultierenden Folgen für die geplanten Lilalu-Angebote. Welche Fragen stellst du dir privat?
Die Öffnung der Kindertagesstätten ist ja relativ kurzfristig erfolgt. Wenn jetzt der Inzidenz-Wert eine bestimmte Marke überschreitet, werden sie wieder geschlossen… Und man weiß nicht, wie lange der Lockdown noch geht und wann auch die Kontaktbeschränkungen weiter gelockert werden. Wann kann ich mit meinen Kindern einen Besuch bei den Großeltern planen? Wann können wir mal wieder unbeschwert einen Ausflug machen? Dürfen wir die nächsten Kindergeburtstage wieder mit Gästen feiern? Wann können wir mit den Kindern einfach wieder rausgehen, ohne auf Abstand zu achten? Wann können unsere Töchter wieder unbefangen mit ihren Freundinnen und Freunden spielen?

Inwieweit betrifft die Situation deine private Jahresplanung?
Mein Mann und ich müssen, wie so viele andere Familien auch, spätestens im Januar unsere Urlaubstage für das ganze Jahr beantragen. Ein bisschen Flexibilität bleibt mir da zwar, aber das betrifft nur einzelne Tage, das Grundgerüst steht dann und bleibt auch so. Gerne würden wir mit unseren Kindern Urlaub machen, können aktuell aber noch gar nicht sagen, wann und in welcher Form das möglich sein wird. Wenn wir Pech haben, ist dies in dem Zeitraum, in dem wir unseren Urlaub geplant haben, noch gar nicht wieder möglich.

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Homeworking: Noemi beim Ostereier bemalen. Foto: privat

Im „zu Hause Urlaub machen“ sind ja nach dem letzten Jahr die meisten Familien erfahren. Wie gehst du mit den Zeiträumen um, in denen die Kitas und Schulen geschlossen haben?
Ich weiß jetzt schon, dass meine Kinder in den Sommerferien betreut werden müssen, weil ihre Kita zwei Wochen zu hat. Hier ist es für mich eine große Erleichterung, dass viele Münchner Ferienanbieter und auch wir bei Lilalu trotz der aktuellen Situation Tickets für alle Schulferienwochen im Vorverkauf anbieten. So unsicher die Lage für viele Bereiche im Moment ist, so sehr hilft es mir, dass ich zumindest die Betreuung während der Kita-Schließzeiten sicherstellen kann. Als Sachgebietsleiterin weiß ich, dass Lilalu sein Angebot innerhalb sehr kurzer Zeit auf jegliche Maßnahmen anpassen kann – von der Reduzierung der Gruppengröße über die Anpassung der Workshopdisziplinen bis hin zum Angebot einer Notbetreuung für die Kinder berufstätiger Eltern haben wir im letzten Jahr alle Varianten durch. Das gibt mir Sicherheit.

Das heißt, die Eltern und Erziehungsberechtigten können sich auf die gebuchte Lilalu-Betreuung im Jahr 2021 verlassen?
Ja! Zumindest eine Notbetreuung können wir, Stand heute, immer anbieten, sodass Eltern und Erziehungsberechtigte, die auf die Betreuung ihrer Kinder im gebuchten Zeitraum angewiesen sind, sich wie gewohnt auf uns verlassen können. Natürlich hoffe ich, sowohl in meiner Funktion als Sachgebietsleiterin als auch als Mutter, dass möglichst bald Normalität einkehrt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Lilalu in unseren vielfältigen Workshopangeboten unbeschwert ihre Ferienzeit genießen können. Bis dahin machen wir alle zusammen das Beste draus!

Abwechslung vom Corona-Alltag – Zeit, Kind zu sein

„Jeden Tag der gleiche, ereignis- und entdeckungsarme Trott. Seit Wochen hängen meine beiden Kinder im Lockdown-Alltag fest. Setzen sich, selbst in der Faschingszeit, morgens an den Laptop (sofern er funktioniert und nicht mit wüsten Schimpfkanonaden bedacht wird), melden sich zum Homeschooling an (sofern das System mitspielt, was oft genug nicht der Fall ist), nehmen bis mittags oder nachmittags am Live-Unterricht teil (sofern die Aufmerksamkeitsspanne ausreicht, was nicht immer der Fall ist), machen teilweise bis spät abends Hausaufgaben (Abgabetermin ist ja auch gerne mal um 23.59 Uhr). Kontakte zu ihren Freundinnen und Freunden halten sie meist nur per Telefon oder Messenger-Dienst, in der Freizeit gehen sie maximal zu zweit spazieren oder beschäftigen sich so gut wie möglich alleine. Aus der puren Langeweile heraus kochen sie sich dann schon mal durch alle möglichen und unmöglichen Rezepte. Greifen tatsächlich mal wieder zu einem Buch. Oder überlegen sogar, ihr Zimmer aufzuräumen… Und bei den jüngeren Kindern in meinem Bekanntenkreis passiert meistens nicht viel mehr: Nach der Notbetreuung im Kindergarten oder im Homeoffice der eigentlich arbeiten müssenden Eltern besteht der Höhepunkt des Tages oft darin, auf dem immer gleichen Weg zum immer gleichen Spielplatz zu gehen, in der Hoffnung, dort nicht auf zu viele andere Kinder zu treffen.“

So wie einer Lilalu-Mitarbeiterin (und Mutter zweier schon relativ selbstständiger Kinder) geht es derzeit vielen Eltern. Die Corona-Krise hinterlässt Spuren bei den Kindern und im Familiengefüge. Wie sehr wünscht man den Kindern mal wieder Abwechslung. Rauskommen, Neues sehen, Kontakte pflegen, einfach unbeschwert Kind sein dürfen. Jedenfalls für ein paar Tage. Und wie froh wäre man selbst über ein bisschen Entlastung vom anstrengenden Alltag zwischen Homeoffice und Homeschooling, zwischen Kontaktbeschränkung und potenziell drohendem Familienchaos. Die Lilalu-Programme bieten natürlich auch keinen Ausweg aus der Corona-Krise. Aber sie geben Kindern und Teenagern zumindest für eine oder mehr Wochen die Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen und innerhalb eines sicheren Raumes neue Erfahrungen zu machen und sich sportlich wie künstlerisch auszuprobieren. Und das tut den Kindern (und ihren Familien) einfach gut. Ob in den Ferien oder während der Schulprogramme, die Lilalu neben den Ferien-Workshops anbietet: „Zu Beginn des Schuljahres“, erzählte dem Lilalu-Team kürzlich der Vater eines Erstklässlers, „durfte mein Sohn mit seiner ersten Klasse an einer Lilalu-Projektwoche teilnehmen, die dank eines durchdachten Hygienekonzeptes trotz der Corona-Pandemie stattfinden konnte. Für meinen Sohn, der während der Pandemie eingeschult wurde, war es sehr wichtig, eine Woche unbeschwerten Schulalltag zu erleben. Die Projektwoche hat ihm sichtlich gutgetan. Vielen Dank!“

Professionelles Hygienekonzept – Was bedeutet das bei Lilalu?

Klar, Abstand, Hygiene, Maske: Darauf muss jede/r im Corona-Alltag achten. Das Team eines Ferienprogramms aber muss noch viel mehr bedenken, um den Infektionsschutz für die Kinder und die Mitarbeitenden zu gewährleisten. Wie hält man in der Früh beim Bringen der Kinder die Abstände ein? Wer desinfiziert die Turnhallen? Welche Vorgaben gelten überhaupt für freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe? Und, nicht zuletzt: Wie vermittelt man die ganzen Regeln den Teilnehmenden so, dass sie sich miteingebunden fühlen und bei allem die Freude am Miteinander und der Spaß am sportlichen und künstlerischen Ausprobieren im Vordergrund stehen? Antworten darauf gibt hier Julia Grohnert aus der Lilalu-Sachgebietsleitung.

Was muss man denn alles beachten, wenn man ein Hygienekonzept für ein Ferienprogramm erstellt?

Julia Grohnert (lacht): Am Anfang muss man erst mal ganz viel lesen. Wir haben uns informiert, welchen Anforderungen Hygienekonzepte genügen müssen, wie sie im Detail gestaltet werden müssen und welche Verordnungen, Rahmenhygienepläne und Empfehlungen für uns als Anbieter eines Ferienprogramms überhaupt gelten. Den Rahmen gibt dabei die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vor. Wichtig sind auch die für uns geltenden Rahmenhygienepläne, die von verschiedenen Ministerien veröffentlicht werden, sowie das Hygienekonzept des Referats für Bildung und Sport zur Nutzung der städtischen Turnhallen.

Anschließend sind wir unser Ferienprogramm Schritt für Schritt durchgegangen, um herauszufinden, an welchen Stellen Anpassungen notwendig sind. Wir haben kritische Situationen identifiziert und geschaut, in welchen unserer bisherigen Abläufe die neuen Regeln und Maßnahmen nicht eingehalten werden können. Infolge dieser Analyse haben wir konkrete Maßnahmen für das Lilalu-Programm abgeleitet.

Wir haben also alle Informationen zusammengeführt und im nächsten Schritt geschaut, wie wir die Vorgaben für unser Programm adaptieren können. Als wir das erste Hygienekonzept zu Beginn der Pandemie entwickelt haben, haben wir uns mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus dem Bevölkerungsschutz der Johanniter-Unfall-Hilfe abgesprochen. Aus dieser engen Zusammenarbeit haben wir wertvolle Tipps für unser Konzept erhalten. Das Lilalu-Hygienekonzept haben wir natürlich auch beim Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München eingereicht, um von öffentlicher Seite eine Einschätzung dazu zu bekommen.

Und damit steht das Konzept dann?

Nein… Es muss fortlaufend aktualisiert werden, denn die behördlichen Vorgaben ändern sich ja auch immer wieder. Wir passen das Hygienekonzept jeweils an die aktuellen Vorgaben an und erarbeiten auch für die örtlichen und jahreszeitlichen Gegebenheiten individuell angepasste Maßnahmen. So kann die Bringsituation im Sommer beispielsweise im Freien stattfinden, während im Winter andere Alternativen gefunden werden müssen. Das Hygienekonzept ist genauso dynamisch wie die Gesamtsituation und muss jederzeit den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Wie sehen die Regelungen konkret aus?

Bei der Bringsituation der Kinder am Morgen zum Beispiel dürfen nicht zu viele Menschen auf oder in einem Raum sein. Sie müssen zudem Abstand zueinander halten. Wir bei Lilalu überlegen uns im Detail, wie wir das vor Ort gestalten können. Außerdem stehen in unserem Hygienekonzept natürlich auch die wichtigsten Standard-Maßnahmen, beispielsweise zum Abstand, zu den Masken und zur Kontaktnachverfolgung. Zu jedem Punkt gibt es ausgearbeitete Regelungen zur Umsetzung vor Ort.

Warum gibt es bei Lilalu eigens Hygienebeauftragte?

Die Hygienebeauftragten an allen Standorten sorgen dafür, dass die im Hygienekonzept festgelegten Maßnahmen und Abläufe in der Praxis auch eingehalten werden. Und: Haben Mitarbeitende, Kinder oder Eltern Fragen zu den Hygieneregeln oder zu deren Umsetzung, stehen sie mit Rat und Tat zur Seite.

Die Fachkräfte erinnern die Kinder zum Beispiel an das Tragen ihrer Maske und achten darauf, dass der Abstand gewährleistet ist. Sie unterstützen die Teammitglieder am Infopoint bei der Umsetzung der Maßnahmen für die Bring- und Abholsituation. Für einen reibungslosen Ablauf ist hier nämlich auch einfach Manpower gefragt. Die Hygienebeauftragten kennen die ganzen Regeln im Detail und wissen, ob sich etwas im Vergleich zu vorherigen Ferienproduktionen verändert hat.

Außerdem kennen sie die Besonderheiten der jeweiligen Standorte und helfen bei der regelmäßigten Desinfektion des Veranstaltungsortes mit. Die genutzten Räumlichkeiten und Sanitärräume werden täglich durch ein Reinigungsunternehmen gereinigt und desinfiziert. Um die Standards einzuhalten, sind zusätzlich noch die Hygienebeauftragten im Einsatz, so säubern und desinfizieren sie zum Beispiel regelmäßig die Türklinken und andere häufig angefasste Flächen.

Wie kommen denn die Kinder mit den ganzen Maßnahmen zurecht?

In den Sommerferien 2020, als wir erstmals die neuen Maßnahmen in einem Präsenzprogramm umgesetzt haben, hatten wir 1.500 Kinder in unseren Workshops. Ich muss sagen, ich war begeistert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kinder die AHA-Maßnahmen umgesetzt haben. Trotz der einschränkenden Regeln waren den Kindern deutlich der Spaß und die Freude während der Workshops anzusehen. In der Gruppe wurden die neuen Regeln gemeinsam besprochen. Jeder konnte sich einbringen, und Sorgen und Wünsche fanden ihren Platz. Nur wenn die Maßnahmen von Kindern, Eltern und Team getragen werden, kann ein erfolgreicher Programmablauf gewährleistet werden. Und genau darum bemühen wir uns stetig bei Lilalu.

Kostenfreie Stornierung – bei Absage Geld zurück

Lockdown, Homeschooling, Kontaktbeschränkungen, immer wieder neue Regelungen zum Infektionsschutz… Wie sollen Familien da die Ferienbetreuung 2021 planen? Ist das nicht auch mit vielen Unsicherheiten und Risiken verbunden?

Nein. Nicht bei Lilalu. Denn wir bieten bei Absage eine kostenfreie Stornierung an: Sollte eines der Ferienprogramme 2021 wider Erwarten nicht stattfinden können, setzen wir uns proaktiv mit den Kunden in Verbindung und erstatten den Teilnehmerbetrag zurück.

Wir möchten den Familien mit diesem Versprechen so viel Planungssicherheit wie möglich geben. Denn wir wissen um die Situation der Familien in der Corona-Krise. Auch wir wissen, welche psychischen und auch finanziellen Belastungen Kinder und Eltern bewältigen müssen. Und wir wissen auch, welche Herausforderung es alleine schon bedeutet, Acht-Stunden-Tage im Homeoffice mit Distanzunterricht, Hausaufgabenhilfe und Kinderbetreuung zu vereinbaren. Da fordert, während man eigentlich eine Videokonferenz hat, das kleine Kind sein Recht auf Nähe und Aufmerksamkeit ein, und das große Kind braucht dringend jetzt sofort Hilfe, weil mitten im Biologie-Referat die Kamera rumzickt…

Das Lilalu-Team ist immer erreichbar – ob im Büro oder im Homeoffice

In den Ferien soll es diesen Druck nicht geben. Da sollen die Kinder endlich mal wieder unbeschwert Kind sein dürfen, und die Eltern Familie und Beruf möglichst entspannt verbinden können. Wir von Lilalu möchten unseren Teil dazu beitragen. Deswegen hat unser Team Konzepte für die verschiedensten Szenarien geplant und informiert die Eltern immer so schnell und umfassend wie möglich über das aktuelle Angebot. Und deswegen sind unsere Mitarbeitenden natürlich auch in der Corona-Krise immer per Telefon erreichbar. Manchmal erwischt man uns dann im Büro (die Briefe wollen ja auch gelesen und beantwortet werden). Meistens aber führt die Rufumleitung auf das Handy einer Mitarbeiterin, die dann, mitunter zwischen Kind und Katze, alle Fragen rund um Lilalu beantwortet.

Zappelphilipp, Kickboxerin, Tänzerin – unsere Workshopleiterin Miriam

Schon immer hat sich Miriam gerne und viel bewegt. Als Kind probierte sich die heute 28-Jährige in den verschiedensten Sportarten aus, zum Beispiel Ballett und Judo. „Mein Bewegungsdrang war sehr stark, und ich bin ein kleiner Zappelphilipp gewesen.“ Als Teenager fing sie an, Hip-Hop zu tanzen, und mit 17 Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Kickboxen. Diesen Sport betrieb sie acht Jahre lang aktiv und trainierte auch eine Jugendgruppe. Gezeichnet und gebastelt hat sie auch immer gern und besuchte deshalb in der Schule den Kunstzweig und schloss die mittlere Reife erfolgreich ab. „Dann habe ich mich für den aktiven und sportlichen Teil in mir entschieden und habe 2011 mit der dreijährigen Ausbildung zur Gymnastiklehrerin begonnen.“ Während ihrer Ausbildung lernte sie auch die Lilalu-Workshopleiterin Anna kennen, die ihr immer wieder von Lilalu erzählte.

Nach der Ausbildung arbeitete die Münchnerin selbstständig in der Fitnessbranche und gab vor allem Pilates-Kurse. Auch in der Trainingstherapie sammelte sie in einer Physiotherapie-Praxis Erfahrungen. „Und es hat mich auch wieder zum Tanz gezogen“, und so tanzt sie bis heute mit viel Freude in einer Tanzschule – hauptsächlich Hip-Hop und Jazz. Kurse in den Bereichen Pilates oder Prävention/Reha-Sport hält sie nach wie vor. Miriam erzählt, wie viel Spaß ihr die Stunden machen und wie gerne sie mit anderen Menschen trainiert, für die Zukunft möchte sie aber ein sicheres erstes Standbein. Deshalb macht sie seit September 2020 eine Ausbildung als Ernährungsassistentin in Vollzeit. Hier kann sie auch wieder ihre kreative Seite einbringen und lernt so beispielsweise nähen, stricken und häkeln. „Es ist spannend, was man damit alles machen kann.“ Anschließend wird sie im kommenden September den Fachlehrer für Gestalten und Ernährung beginnen. Dieser dauert zwei Jahre, und das folgende Referendariat nochmal zwei Jahre. Nach dem Abschluss ist Miriam dann Lehrerin für Ernährung, Gestalten und Sport und kann an Realschulen, Mittelschulen, Gymnasien oder Berufsfachschulen unterrichten.

In den vergangenen Jahren zog es Miriam auch öfter ins Ausland. So war sie 2016 für vier Monate in Neuseeland und 2018 für zweieinhalb Monate in Südostasien unterwegs. „Wenn ich könnte, würde ich am liebsten sofort wieder los“, schwärmt Miriam. Für sie waren die Reisen sehr hilfreich und lehrreich, um den eigenen Horizont zu erweitern und um aus der eigenen „Bubble“ rauszukommen. „In der Zeit entwickelt man sich so extrem, obwohl man nur ein paar Monate weg ist, und oft fällt einem das erst auf, wenn man wiederkommt und daheim ist alles noch beim Alten.“

Vor allem auf ihren Reisen schnappte sich Miriam sich immer wieder das Surfbrett und wagte sich in die Wellen. Im Sommer 2020 hat die Münchnerin das Surfen am Eisbach für sich entdeckt und hatte so wenigstens ein bisschen Sommerurlaub daheim.

Ebenfalls im vergangenen Sommer arbeitete Miriam das erste Mal für Lilalu, als Workshopleiterin in der Dance Academy. Sie probiert immer gerne neue Sachen aus und erinnerte sich noch an die vielen Erzählungen von Anna. So entschied sie sich, auch bei Lilalu ihr Wissen und ihre Erfahrung an Kinder und Jugendliche weiterzugeben. Die 28-Jährige schätzt vor allem die tolle Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen. „Das ganze Team ist super sympathisch, man trifft so viele interessante Persönlichkeiten, die mit ihrer Art begeistern können.“ In ihrem Workshop erarbeitete sie mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Choreografie, die sie am Ende der Woche auch anderen Gruppen präsentierten. „So hatten die Kids ein Erfolgserlebnis, da sie gesehen haben, was sie alles in der Woche auf die Beine gestellt haben – jeder einzelner für sich selbst und als Gruppe.“ Es herrschte eine gute Balance zwischen Training und freien Spielen, die Kinder wurden immer viel miteinbezogen. „Sie haben zum Beispiel die Spiele ausgesucht und wir haben gemeinsam eine Playlist erstellt mit den Lieblingsliedern der Kinder.“ Miriam erzählt uns, wie viel Spaß ihr die Arbeit mit Kindern macht und dass sie das unbedingt beibehalten möchte. Na dann, bis ganz bald!

Seit über 20 Jahren Teil der Lilalu-Familie – einst als Teilnehmerin, heute als Pädagogin

„Meine erste Erfahrung mit Lilalu liegt über 20 Jahre zurück. Damals war ich selbst ein Lilalu-Kind im Workshop „Film“.“ Als Nadine alt genug war, wurde sie dann Ferienbetreuerin. Durch ihre Erfahrung als Übungsleiterin im Bereich Turnen und ihr Pädagogikstudium leitete sie später auch Akrobatik-Workshops und die Plusbetreuung. Seit es neben den fest angestellten Pädagoginnen im Projekt auch die pädagogische Leitung vor Ort gibt, findet man die heute 30-Jährige hauptsächlich in dieser Rolle bei Lilalu, und auch immer wieder als Dozentin im Grundlagen- und Aufbauseminar für unser Personal.

Der Pädagogin war schon immer klar, dass sie beruflich gerne etwas mit Kindern und Jugendlichen machen möchte. “Dabei war ich besonders am einzelnen Kind und an der Verbesserung der Lebensqualität interessiert.” Deshalb entschied sich Nadine nach dem Pädagogikstudium für die Ausbildung zur Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche in Heidelberg – Lilalu ist sie aber weiterhin treu geblieben. Hier kann sie den Kindern, Jugendlichen, Ferienbetreuerinnen, Ferienbetreuern, Workshopleiterinnen und Workshopleitern bei kleineren und größeren Schwierigkeiten unterstützend zur Seite stehen, behält den Überblick über alle Gruppen und freut sich sehr, viele von ihnen immer wieder zu sehen.

An Lilalu schätzt Nadine, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus unterschiedlichen Kulturen, mit verschiedenen Hautfarben, Religionen, Beeinträchtigungen und Schicksalsschlägen zusammen spielen, essen, trainieren, lachen und gemeinsam erleben, dass es funktioniert.

„Deshalb bin ich sehr glücklich, Teil der großen Lilalu-Familie zu sein. Und wie in einer richtigen Familie erleben wir viele tolle, lustige, anstrengende und berührende Momente zusammen – und die Meinungen dürfen auch mal auseinandergehen, denn nur so kann man sich optimal weiterentwickeln und voneinander lernen.“

Auch für die tiergestützte Arbeit interessiert sich Nadine sehr und war deshalb 2019 in einem Delfintherapiezentrum auf Curacao in der Karibik, wo sie psychologisch mit den chronisch kranken Therapieteilnehmenden, deren Familien und gesunden Geschwisterkindern arbeitete. 

Foto: Tom Sgodda

“Da ich denke, dass es sehr wichtig ist, Wissen weiterzugeben, möchte ich auch weiterhin Seminare zu verschiedenen pädagogischen und psychologischen Themen geben.” Momentan lehrt die Münchnerin an der Hochschule Fresenius Gesundheitspsychologie und Klinische Psychologie und ist als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin im Haunerschen Kinderspital tätig. Auch sie selbst nimmt regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil (z.B. Therapeutisches Zaubern) und setzt in ihrer Arbeit stets Optimismus, Lebensfreunde, Herz und Humor ein.

In ihrer Freizeit unternimmt die 30-Jährige gerne etwas mit Freunden und ist gerne in der Natur oder auch in fernen Ländern, um immer mehr zu entdecken. Und auch außerhalb der Lilalu-Manege beeindruckt Nadine die Welt der Artistik und so sieht sie sich immer wieder gerne verschiedene Shows und Vorstellungen im Varieté und im Zirkus an.

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