„Ich hab richtig Gänsehaut bekommen“: unsere neuen Auszubildenden Monique und Simona

Ein bisschen bange war uns ja schon, bevor unsere neue Auszubildenden bei uns angefangen haben: Wie sollen wir das machen, wenn sie beide denselben Spitznamen haben? Fühlen sich nicht immer beide angesprochen? Zum Glück hat sich das Problem schnell gelöst: Monique nennen wir meist Moni, und Simona heißt einfach Simona. Ein paar Gemeinsamkeiten haben sie aber schon. Beide backen und kochen sehr gerne. Beide haben, als sie beim Lilalu-Sommer das erste Mal eine Abschlusspräsentation gesehen haben, „richtig Gänsehaut bekommen“, wie Moni sagt. „Weil das“, so Simona, „wirklich was Großes für die Kinder ist und man merkt, wie gut sie sich fühlen.“ Und beide wollten eigentlich in einem ganz anderen Bereich arbeiten, bevor sie sich für die Ausbildung als Veranstaltungskauffrau bei Lilalu entschieden haben.

Seit September Teil des Lilalu-Teams: unsere neuen Auszubildenden Monique (l.) und Simona. Fotos: Philipp Maier / privat

Moni, 24, hat eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten angefangen, war aber so unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen in ihrer Praxis, dass sie gekündigt hat. „Ich hab dann einen Eignungstest beim Arbeitsamt gemacht. Da kam mit 95 Prozent Übereinstimmung der Beruf Veranstaltungskauffrau raus. Das hatte ich noch nie gehört, aber ich war sofort Feuer und Flamme.“ Bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle hat die Münchnerin dann das Angebot von Lilalu entdeckt. „Das hat mich einfach angesprochen. Und als ich im Sommer einen Samstag zum Probearbeiten da war, da wusste ich, das will ich machen.“

Jetzt ist Moni erstmal im Infopoint eingesetzt, wo sie unter anderem Eltern berät, Buchungen verwaltet und bei der Organisation der Ferienprogramme mithilft. Die Tochter eines Italieners (dem sie den schönen Nachnamen Paradiso verdankt) schätzt die Vielseitigkeit ihrer Arbeit und die direkte Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden. Und: „Hier bei Lilalu habe ich nicht so das Gefühl, der Azubi zu sein, sondern ein vollwertiges Mitglied des Teams, das ist toll.“ In ihrer Freizeit kümmert sich Moni um ihre beiden Katzen, spielt Tennis, trifft sich mit Freunden, malt und zeichnet und näht kleine Stofftiere. Und: Sie liest sehr viel, hauptsächlich „Geschichten aus dem wahren Leben“.

„Hier bin ich ganz nah am Geschehen.“

Simona wollte Kauffrau für Büromanagement werden, hat die Ausbildung aber nach einem Jahr abgebrochen. „Das lag nicht am Beruf selbst, aber ich hatte nichts zu tun. Ich saß einfach nur da und hab gewartet, dass ich endlich eine Aufgabe bekomme.“ Die hat sich die 20-Jährige aus der Nähe von Markt Schwaben dann selbst gesucht: Sie hat auf der Fachoberschule ihr Abitur gemacht und anschließend bei einem Raumausstatter gearbeitet. „Ich wollte Innenarchitektur studieren. Mein Vater ist Küchenarchitekt, und ich hab selbst auch eine kreative Ader.“ Weil ihr das Studium dann aber doch zu theoretisch erschien, entschied sie sich spontan für eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau. „Es macht mir total Spaß, Sachen zu planen und zu organisieren, das hab ich schon bei Feiern und als Klassensprecherin sehr oft gemacht.“

Bei Lilalu darf Simona jetzt erstmal zusammen mit dem Team die Instagram-Aktivitäten und die Ferienbetreuer-Akquise planen und organisieren. „Ich finde es toll, dass ich hier so nah am Geschehen bin, ich bin ja auch bei den Ferienprogrammen mit vor Ort.“ Nach der Arbeit geht sie gerne mit Freunden essen und lebt ihre Liebe zum Dekorieren aus („ich bin ein Weihnachtsfreak“). Und: „Ich liebe es, shoppen zu gehen, und zu reisen, vor allem Städtetrips. Ich liebe London und möchte unbedingt mal zur Weihnachtszeit nach New York.“

Nicht alle Kinder sind gleich, aber alle sind gleich viel wert: Kinderrechte bei Lilalu

Jedes Kind hat Rechte. Von Geburt an. Zum Beispiel das Recht auf ein erfülltes und menschenwürdiges Leben, Gleichbehandlung, Schutz und Fürsorge, Mitbestimmung, Bildung, Ruhe und Freizeit, Spiel und altersgemäße aktive Erholung, freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten, und sie stehen im Mittelpunkt des Weltkindertages, der in Deutschland jährlich am 20. September gefeiert wird. 2021 steht der Weltkindertag unter dem Motto „Kinderrechte jetzt!“: Kinder und Familien aus ganz Deutschland sollen sich mit bunten Kreidebildern für die Kinderrechte stark machen und gemeinsam zeigen, was sie brauchen und was sie sich wünschen, um die Welt zu einem kinderfreundlicheren Ort zu machen.

Hier bestimmen Kinder mit: Gesprächskreis im Lilalu-Workshop. Foto: Simon Katzer

Auch bei Lilalu stehen die Belange und Wünsche von Kindern im Mittelpunkt: Mit unseren Workshops aus den unterschiedlichsten Bereichen sorgen wir dafür, dass Kinder und Jugendliche eine erlebnisreiche Ferienzeit mit vielfältigen Anregungen und Entwicklungsmöglichkeiten erleben. Dabei wird Vielfalt großgeschrieben: Bei Lilalu sind nicht alle Kinder gleich, aber alle Kinder erfahren, dass sie gleich viel wert sind. Egal, wie alt sie sind, woher sie kommen, wie sie leben, welche individuellen Ressourcen, Bedürfnisse und Interessen sie haben. Jeder Einzelne findet seinen Platz in der Gruppe und wird Teil eines großen Ganzen. Jeder Einzelne kann, gemäß des Jahres-Mottos „Träume deine Ferien – Tauche ein in eine grenzenlose Welt voller Fantasie“, seine Wünsche und Träume äußern und wahr werden lassen. Und jeder Einzelne kann mitbestimmen und mitgestalten. Das beginnt bereits vor der Anmeldung mit der Auswahl des Wunsch-Workshops und reicht während der Ferienwoche über die Teilnahme an den täglich mehrmals stattfindenden gruppeninternen Gesprächskreisen, bei denen die Kinder zum Beispiel besprechen, was sie sich vom Workshop erwarten, bis zur gemeinsamen kreativen Gestaltung der Abschlusspräsentation. Denn bei Lilalu können alle Kinder gemeinsam wachsen und träumen.

Gebärden, Stapler fahren, Angst besiegen: Was das Lilalu-Team diesen Sommer gelernt hat

„Ferien“ heißt das Wort, das Flo, Julia und Jörg hier gebärden – zumindest soll es das heißen 😉 Foto: Lilalu

Was die Kinder aus dem Lilalu-Sommerferien-Programm mitnehmen, sieht man als Eltern zum Beispiel bei der Abschlusspräsentation, wenn die jungen Artistinnen und Künstler das Trapez erklimmen, über Hindernisse springen, Tanzchoreographien zeigen. Oder beim Abendessen mit der Familie, wenn sie von der neu gewonnen Freundschaft oder ihrer Begeisterung fürs Einrad erzählen. Was das Lilalu-Team im Sommer gelernt hat, ist für Außenstehende nicht so offensichtlich. Aber auch wir haben während der vergangenen sechs Wochen einige Fähigkeiten hinzugewonnen – ob als Leitung, Pädagogin, Veranstaltungskaufmann, Hygienebeauftragte oder Techniker. Ein kleiner Auszug:

Was ich diesen Sommer bei Lilalu gelernt habe:

  • ein paar Brocken Swahili:
    pole pole = immer mit der Ruhe
    hakuna matata = ganz entspannt, alles in Ordnung
    asante sana = Danke schön
  • das Rad an einem Sprinter zu wechseln
  • Stapler zu fahren
  • das Stromnetz des Olympiaparks Süd auswendig
  • tröstende Worte auf Polnisch
  • ein paar Gebärden
  • trotz ausgeprägter Morgenmuffeligkeit um fünf Uhr früh einigermaßen wach zu werden
  • in Windeseile vom Büro am Rotkreuzplatz zum Lilalu-Gelände im Olymiapark zu radeln
  • wie von Zauberhand Karten zu sortieren
  • ein Zelt sturmfest zu machen
  • angesichts der Pandemie noch flexibler zu planen als sonst
  • langsamer zu sprechen
  • eine bessere Schusstechnik im Fußball
  • wie viel Papier auf den Toiletten verbraucht wird
  • meine größte Angst zu besiegen und den furchtbar kompliziert aussehenden Vorhang im Galazelt zu reparieren.

„Gaffer ist die Allzweckwaffe“: ein Tag mit Jörg vom Lilalu-Technik-Team

Er klettert nicht am Vertikaltuch empor, sondern erklimmt die Traverse mit den Scheinwerfern, um die Luftartistinnen besser auszuleuchten. Er lebt seine Kreativität nicht mit Farben und Stoffen aus, sondern hantiert mit Beißzange und Stichsäge. Er tritt nicht in der Manege auf, sondern schlägt Erdanker für das Show-Zelt ein. Und trotzdem – oder gerade deswegen – ist der Lilalu-Sommer für unseren freien Mitarbeiter Jörg sein „persönliches Abenteuerland“.

Jörg auf dem Lastenwagerl, mit dem er unter anderem Bretter und Werkzeug transportiert.

„Ich arbeite hauptberuflich im Büro, da ist das hier mein Ausgleich, sowohl körperlich als auch geistig“, erklärt Jörg. Als IT-Berater hat er den ganzen Tag über mit Zahlen und Angeboten zu tun. Als Techniker beim Lilalu-Sommer kann er ein paar Wochen lang die Zahlen Zahlen sein lassen – und zudem seinem Hobby frönen: „Ich bin schon immer gerne handwerklich unterwegs, es macht mir einfach Spaß, etwas zu machen.“ Und zu tun gibt es auf dem Gelände im Olympiapark Süd genug. Im Juli hat Jörg schon beim Aufbau der Zelte mitgeholfen, das Technik-Lager eingerichtet und Holz- und Teppichböden gelegt.

Seit Anfang August ist der Münchner nun auf dem Platz und kümmert sich darum, dass auch von technischer Seite aus alles läuft bei unserem Ferienprogramm. Morgens dreht er immer erstmal eine Runde durch die Workshop-Zelte und schaut, ob der Strom überall geht und ob irgendwo kleine Reparaturarbeiten zu erledigen sind. Anschließend macht er den Platz sauber, mit Picker und Eimer, leert die Müllsäcke aus und wirft das Altpapier in die Presse. Und dann geht es weiter mit dem Tagesgeschäft: vielen verschiedenen to dos, die Jörg bei der täglichen Team-Besprechung oder auf Zuruf („Jörg, kannst du bitte mal schnell…“) erfährt.

Arbeit im Techniklager: Mit der Stichsäge schneidet Jörg ein Brett für eine Bodenreparatur zurecht.

„Das ist schon manchmal eine Herausforderung“, sagt Jörg. Wenn er zum Beispiel nach tagelangen Regenfällen tiefe Pfützen mit Kies auffüllt. Oder herausfinden muss, warum in einem Zelt der Strom ausgefallen ist. Da hilft dann auch kein Gaffer Tape weiter, das normalerweise „die Allzweckwaffe“ für alle Arten von handwerklichen Arbeiten ist. Aber als Jörg vor drei Jahren bei Lilalu angefangen hat, hat er viel von seinen Kollegen gelernt, „vor allem von Micha, dem alten Hasen hier.“ Und gerade, dass immer etwas anderes zu tun ist, empfindet er als angenehm. Jörg hat einfach Spaß an dieser Arbeit. Und so fährt er, eigentlich immer mit einem Lächeln im Gesicht, mit dem Lastenwagerl über das Gelände, befestigt hier ein Banner, bessert dort mit Cutter, Brettern und Akkuschrauber eine Bodendiele aus, repariert hier ein Gebläse, leert dort einen Abwassertank, kontrolliert hier Zeltspanner, baut dort eine Requisite für die Zauberer.

Noch bis Ende der Sommerferien ist Jörg im Techniklager und auf dem Platz im Einsatz. Danach hilft er noch beim Abbau der Zelte, und anschließend geht es wieder zurück ins Büro, zu den Zahlen.

Ein Zirkuszelt und ein altes Betonwerk ergeben: viele Möglichkeiten!

Aus der Ferne ist das rotweiße Zelt zwischen den gewaltigen Trägern des ehemaligen Betonwerks zu erkennen. Das Johanniter-Zelt der Möglichkeiten. Dabei ist der Name Programm, denn das Zelt bietet mit über 470 Quadratmetern Platz für Angebote aller Art; zahlreiche Möglichkeiten eröffnen sich für Jung und Alt.

Vor mehr als fünf Jahren ist die Idee im Lilalu-Team entstanden und konnte nun als eigene neue Dienststelle der Johanniter im Regionalverband München realisiert werden: Verschiedene Formate wie integrative Vormittags- und Nachmittagsprogramme, bewegungsorientierte Projektwochen, individuelle Formate für Schulen und Kindergärten, Ferienprogramme, Fort- und Weiterbildungen finden unter einem (Zelt-)Dach einen Platz.

Neues Angebot für Kinder und Jugendliche mitten im Sugar Mountain: das Johanniter-Zelt der Möglichkeiten.

Das Besondere ist nicht nur das Zirkuszelt selbst, sondern auch der Platz, auf dem es fest verankert ist, das Sugar Mountain. Eine alte Betonfabrik mitten in Sendling wurde zum neuen Kultur-Spot in München (Helfenriederstraße 12, Nähe U-Bahn Machtlfinger Straße). Auf 7500 Quadratmetern gibt es: Basketball, Tischtennis, Schach, Skaten, Yoga, Boxen, Bouldern, einen Biergarten und Plätze zum Verweilen. Nach den ersten Gesprächen mit Michi Kern, einem der Betreiber des Sugar Mountain, war klar, hier ist der perfekte Platz für das Zelt der Möglichkeiten.

Gerade in der Covid19-Pandemie ist es wichtig, Angebote zu schaffen, Begegnungen und Austausch zu ermöglichen, einen Raum bereitzustellen, in dem Neues ausprobiert wird und Freundschaften entstehen können.
Leidtragende der Pandemie sind besonders die Jüngsten der Gesellschaft, und eben deswegen wird es zahlreiche Formate für Kinder und Jugendliche im Johanniter-Zelt der Möglichkeiten geben.

Los geht es nächste Woche mit dem Lilalu-Ferienprogramm im Zelt der Möglichkeiten. Vier Wochen lang, bis 10. September, bieten die Johanniter mit Lilalu jeweils fünftägige Workshops für Kinder von sieben bis 13 Jahren an:

•           Bunte Woche – Akrobatik, Luftartistik & mehr

•           Dance Academy – Jazz, Free Style & Hip-Hop

•           Manegenkunst – Einrad, Jonglage & mehr

Workshopbeginn ist jeweils um 9 Uhr (flexible Bringzeit ab 8 Uhr), Ende um 15.30 Uhr (flexible Abholzeit bis 16 Uhr). Am Samstag dürfen die teilnehmenden Kinder eine Abschluss-Präsentation im Gala-Zelt auf dem Lilalu-Gelände im Olympiapark zeigen. Die Leitung der Workshops haben, wie immer bei Lilalu, professionelle Artistinnen und Artisten, Künstlerinnen und Künstler etc. inne.

Manege frei – für das Zelt der Möglichkeiten. Ihr möchtet erfahren, wie es weitergeht? Dann besucht uns direkt vor Ort und schaut bei Instagram (Zelt_der_Moeglichkeiten) vorbei. Wir freuen uns auf Euch!

Ab 16. August heißt es hier Manege frei – für Hip-Hop, Akrobatik, Jonglage und vieles mehr.

Ein Umzug mit Nähmaschine, Wäschetrocknern und ganz viel Liebe

Wenn Diana Hübel so vom bevorstehenden Sommer erzählt, weiß man gar nicht, worauf sie sich am meisten freut. „Ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten“, sagt die Schauspielerin und Künstlerin. „Ich liebe Mode, ich liebe Kostüme.“ Und: „Ich liebe München, das ist wie eine zweite Heimat für mich.“ Letztes Jahr war die Kosmopolitin, die viele Jahre in Los Angeles, Shanghai, Peking und London gelebt und gearbeitet hat, zum ersten Mal bei Lilalu, als Workshopleiterin bei „On Stage – Schauspiel“. Diesen Sommer leitet die 36-Jährige die Kostümwerkstatt auf dem Lilalu-Sommer-Gelände: Sie stattet alle Kinder, die an den Sommer-Workshops teilnehmen, mit einem Kostüm für die Abschlusspräsentation am Samstag aus (und berücksichtigt dabei neben Gruppen- auch individuelle Wünsche), hilft bei Bedarf bei der Anprobe, macht hier etwas enger und dort etwas weiter, sucht passende Accessoires wie Hüte, Brillen, Kopfschmuck etc. heraus, wäscht, bügelt und sortiert und steht am Showtag mit Nadel und Faden hinter dem Vorhang bereit, um im Notfall schnell helfen zu können.

Freut sich schon sehr auf die Zeit bei Lilalu: Schauspielerin Diana Hübel. Foto: privat

Ende dieser Woche muss die Kostümwerkstatt auf dem Lilalu-Gelände komplett stehen, weil ja am kommenden Montag die ersten Sommer-Workshops beginnen. Deshalb war Diana, die derzeit in Nordrhein-Westfalen wohnt, jetzt schon vier Tage zur Vorbereitung in München. Zusammen mit Karo aus dem Booking hat sie das etwa 6.000 Stücke und Accessoires umfassende Kostümlager, das aufgrund der Pandemie-Situation anderthalb Jahre nicht genutzt wurde (die letzte Show mit Kostümen fand in den Faschingsferien 2020 statt), inspiziert und neu sortiert. Anschließend hat sie nochmal ganz viel frisch gewaschen, sich alle Kostüme genau angesehen und zusammen mit Ariane, die uns schon seit vielen Jahren im Kostümbereich unterstützt, besprochen, welche Auswahl für welchen Workshop zusammengestellt werden soll. Dann ging es ans Packen: Die Kostüme müssen ja alle ordentlich sortiert auf das Sommer-Gelände kommen. Dazu noch zwei Waschmaschinen, zwei Wäschetrockner und zwei Nähmaschinen, genügend Waschmittel, Weichspüler und Hygienespüler, Bügelbrett und Bügeleisen, die Ordner mit den Kostümplänen für die einzelnen Workshops …

Bereit für den Umzug: ein Teil der Kostüme und Accessoires aus der Lilalu-Kostümwerkstatt. Foto: Lilalu

In den nächsten Tagen richten Diana und Ariane das Kostümzelt dann so ein, dass das Team ab Montag dort arbeiten kann und die Kinder ab Dienstag zur Anprobe kommen können: Sie laden die Kisten aus, hängen die Kostüme auf fahrbare Kleiderständer, bauen Umkleiden und Spiegel auf, richten eine Wasch-, Näh-, Änderungs- und Bügelecke ein. Das Ziel dahinter, nämlich jede Woche mehrere Hundert Kinder mit schönen und passenden Kostümen auszustatten und so mitzuhelfen, die Abschlusspräsentationen für Teilnehmende wie für Eltern zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen, ist durchaus ehrgeizig. Doch Diana bringt ja genug Routine mit: Sie ist als Schauspielerin seit Jahren international erfahren und hat zudem auch schon mehrere Theater-Summer-Camps mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren geleitet. „Ich freue mich auf die Zeit hier“, sagt sie, „das macht wir wahnsinnig viel Spaß.“

Bunte Aufkleber und offene Türen: unsere Hygieneschulung

„Mama, wir müssen nochmal zurück, ich hab meine Maske vergessen!“ – Nach anderthalb Jahren Pandemie dürften die meisten Eltern solche Sätze nur noch selten hören, und auch an die regelmäßigen Corona-Tests in der Schule oder bei der Ärztin haben sich die Kinder längst gewöhnt. Die wichtigsten Abstands- und Hygieneregeln, die in der (etwas umständlich betitelten) Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung festgelegt sind, sind vielen Kindern und Erwachsenen längst in Fleisch und Blut übergegangen. Man hält so gut wie möglich Abstand in der S-Bahn (oder steigt gleich aufs Fahrrad um), zückt beim Biergarten-Besuch ungefragt das Handy für den Check-in, gibt Fremden statt der Hand vielleicht lieber den Ellbogen.

Wenn man ein Ferienprogramm für mehrere Hundert Kinder auf die Beine stellt, muss man aber natürlich noch viel mehr beachten, da reicht die AHA+A+L-Formel nicht. Deshalb haben wir von Lilalu ein (vom Gesundheitsreferat geprüftes) Hygienekonzept erstellt, das wir laufend aktualisieren, und deshalb müssen alle, die bei unserem Sommerferienprogramm von 2. August bis 11. September mitarbeiten, an einer Hygieneschulung teilnehmen. 127 externe Mitarbeitende haben letzte Woche bereits mitgemacht, am heutigen Mittwoch und am Freitag sind noch einmal 112 Leute dabei – Workshop- und Produktionsleitungen, pädagogische Leitungen, Ferienbetreuerinnen und Ferienbetreuer und weitere Honorarkräfte, die während der Sommer-Workshops im Einsatz sind. Das Büro-Team erfährt in einem eigenen Termin, welche Regeln aktuell gelten.

Auf dem Plan steht alles von Abholsituation bis Lüftungskonzept, von Maskenpflicht bis Workshopmaterial. Wozu gibt es ein Kontaktbuch und wer muss sich da eintragen? Wieso sollen die Türen der Turnhallen offenstehen? Wie oft lüften wir? Wie ist das mit der Testpflicht? Wie ist die Bring- und Abholsituation im Detail geregelt? Wie stellen wir sicher, dass sich die Workshopgruppen den ganzen Tag über nicht mischen? Wo essen die Kinder? Warum hat jeder Workshop eine eigene Nummer und Farbe? An wen kann ich mich wenden, wenn ich während der Workshop-Woche noch eine Frage zum Hygienekonzept habe?

Eine Dreiviertelstunde dauert die Online-Schulung, im Anschluss ist Raum für weitere Fragen. Damit alle, die beim Sommerferienprogramm arbeiten, wissen, welche Hygienemaßnahmen sie beachten und umsetzen müssen, um Kinder, Erziehungsberechtigte, Mitarbeitende und natürlich sich selbst vor einer Infektion zu schützen. Und damit wir alle zusammen einen unbeschwerten Lilalu-Sommer verbringen können.

„Ich liebe meinen Job, ich möchte nichts anderes machen“: unser neuer Sommer-Caterer Ludwig Mai

Eigentlich ist Ludwig gar nicht neu bei Lilalu. Er und seine Familie sind schon seit 20 Jahren beim Lilalu-Sommer mit dabei. Jedes Kind, das einmal im Olympiapark bei Lilalu war, kennt die Familie Mai: Sie baut die großen Zirkuszelte auf, in denen die Teilnehmenden im Sommer trainieren und zum Abschluss ihrer Workshop-Woche auftreten, betreibt das Karussell, bietet an Essen-Ständen Crêpes und mehr an – und wohnt den ganzen Sommer über auf dem Lilalu-Gelände, in einer eigenen kleinen Wohnwagen-Siedlung. „Circus Mai“ leuchten einem schon von weitem die Schriftzüge auf den Sattelschleppern und nostalgischen Zirkuswägen entgegen und prägen so mit das Bild vom Lilalu-Sommer.

Weithin sichtbar: die roten Auflieger mit dem „Circus Mai“-Schriftzug auf dem Lilalu-Sommer-Gelände. Foto: Lilalu

Neu aber ist, dass Ludwig zusammen mit seiner Frau das Catering übernimmt, also täglich das Mittagessen für die Kinder und Teenager kocht, die an einem Lilalu-Workshop teilnehmen. Gastronomische Erfahrung hat der 28-Jährige reichlich: Die Familie Mai ist das ganze Jahr über auf Festivals und Märkten unterwegs, mit Zeltverleih, Schaustellerei und Ständen, und Ludwig betreibt seit zwölf Jahren eigenverantwortlich ein paar dieser Essensstände, mit Imbiss-Klassikern wie Bratwurst-Semmeln, aber auch mit Gemüsepfanne, Maiskolben und mehr. Besonders beliebt sind die Langos: eine ungarische, ausgebackene Teigspezialität, die traditionell mit Sauerrahm und Knoblauch belegt wird. Ludwig und seine Frau kochen immer alles frisch vor Ort, und damit sie das beim Sommer-Catering auch tun können, richten sie sich gerade eine eigene Gastro-Ecke im Olympiapark ein.

Die Kinder können dann jeden Tag zwischen zwei Gerichten wählen. Zum Beispiel Petersilienkartoffeln mit Quark, Schupfnudeln mit Apfelmus oder bunten Gemüsereis. Als Nachtisch gibt es auf Wunsch Obst. „Wir schauen, dass viel Abwechslung dabei ist“, sagt der begeisterte Hobby-Fußballer. „Wir“, das sind jetzt seit über einem Jahr Ludwig und seine Frau Michelle. Genau wie Ludwig ist auch Michelle mit dem Zirkus und der Schaustellerei aufgewachsen, sie kommt aus einer Puppenspielerfamilie.

Diese mobile, vielseitige, ganz eigene Welt übt auf Außenstehende oft eine große Faszination aus, erzählt Ludwig: „Viele möchten da auch anfangen. Die meisten merken dann aber nach kurzer Zeit, das ist nichts für mich.“ Ludwig aber kann sich gar nichts anderes vorstellen: „Ich bin, seit ich lebe, in einer Zirkusfamilie, ich bin hier hineingeboren. Wir machen unser Leben lang schon immer alles, Zeltverleih, Schaustellerei, früher auch noch den Zirkus. Wir lieben unseren Job, wir lieben die Abwechslung. Und wir möchten nichts anderes machen.“

Seit einem Jahr gemeinsam unterwegs, im Sommer für Lilalu im Einsatz: Ludwig und Michelle Mai. Foto: privat

Fotoshootings organisieren, Flyer drucken, Interviews geben, Instagram betreuen und vieles mehr: Das macht das P&ÖA-Team bei Lilalu

Sind alle Sommerflyer verschickt? Wie ist der Radiospot letzte Woche angekommen? Welche Details müssen wir noch für die Sommer-Fotoshootings besprechen? Steht die Instagram-Story zum internationalen Feen-Tag? Wie viele exklusiven Inhalte haben wir schon für den nächsten Newsletter zusammen? Oh, und die Banner für das Sommer-Gelände müssen wir noch bestellen. Die nächste Pressemitteilung planen. Und schon mal die wichtigsten Infos für den nächsten Blog-Beitrag sammeln. Ach, und gerade schickt unsere Illustratorin die neuen Grafiken. Und es gibt aktuelle Infos, die wir so bald wie möglich auf die Homepage stellen müssen. Und per Mail kam eine eilige Presseanfrage rein …

So in etwa sieht ein typischer Tag in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Lilalu aus. Sehr abwechslungsreich, mitunter etwas stressig, aber garantiert nie langweilig. Die P&ÖA-Abteilung ist unter anderem dafür zuständig, die Münchner Familien über die aktuellen Lilalu-Angebote und das Ferienprogramm allgemein zu informieren.

Das tun wir auf verschiedenen Wegen: über klassische Pressearbeit wie die Organisation von Interviews mit Radiosendern oder Drehterminen mit TV-Redaktionen, über E-Mail-Marketing wie den Versand von Newslettern, über Werbemaßnahmen wie die Schaltung von Anzeigen oder über Online-Marketing wie die Erstellung von Blog-Beiträgen… Eine wichtige Rolle spielt auch der Bereich Social Media: Zusammen mit weiteren Mitarbeitenden aus dem Lilalu-Team entwerfen wir Strategien, stellen Zeitpläne auf, entwickeln verschiedenste Inhalte, wählen die geeigneten Kanäle für unseren Content und werten aus, wie gut wir unsere Ziele erreichen.

So einzeln sehen sie ganz harmlos aus: Lilalu-Flyer und -Plakat.

Und auch alle anderen Bereiche der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sind nicht denkbar ohne die gute Zusammenarbeit mit dem Team: Die eine Kollegin steuert immer Ideen für die grafische Gestaltung der Drucksachen bei, die zweite weiß Antworten auf alle pädagogischen Fragen, die dritte hat gute Einfälle für Instagram-Stories, der vierte schickt Impressionen vom aktuellen Lilalu-Event. Und alle zusammen helfen mit, wenn wir wieder mal eine Lieferung mit Flyern, Teilnehmer-Urkunden oder Plakaten bekommen. Da muss man schon mal tonnenweise Papier schleppen. Das ist ganz schön anstrengend. Aber auch super für die Armmuskulatur und das Wir-Gefühl 😉 Und außerdem freuen sich immer alle, wenn der schöne neue Flyer da ist 🙂

Pädagogik, Reisen und Musik – unsere Werkstudentin Rebecca

Foto: privat

Die 23-Jährige ist das neueste Mitglied im Lilalu-Büroteam und unterstützt als Werkstudentin das Pädagogikteam bei der Organisation des gebundenen Ganztags an Münchner Schulen. Rebecca studiert Pädagogik/Bildungswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) mit dem Nebenfach Kunst, Musik und Theater und ist bereits im letzten Semester. „Diese Fächerwahl hat mich wirklich sehr bereichert“, sagt Rebecca. „Bildung und Erziehung wissenschaftlich zu betrachten, finde ich sehr spannend. Das ist ein unerschöpfliches, jederzeit aktuelles und wichtiges Thema.“

2020 hat sich die Studentin für „Change Management!“ beworben – eine Kooperationsprojekt von LMU und der Consultingfirma Breitenstein, das Studierenden die Arbeit für verschiedene Projekte (u. a. auch für Lilalu) ermöglicht und so eine gute Verbindung zwischen Theorie und Praxis schafft. Die Wahl der angehenden Pädagogin fiel auf unser Bildungs- und Ferienprogramm. Im Team mit drei weiteren Studenten arbeitete Rebecca an der Evaluierung und Erstellung eines Maßnahmenkatalogs für die Online-Workshops von Lilalu. Lilalu-Sachgebietsleiterin Susanne Autengruber war die Ansprechpartnerin für das Projekt und berichtet begeistert: „Die LMU-Studierendengruppe war sehr engagiert und die Zusammenarbeit war sehr produktiv und hat mir viel Spaß gemacht. Die Ergebnisse und der entstandene Maßnahmenkatalog für die Lilalu-Online-Workshops sind hervorragend und werden Lilalu für seine zukünftigen Projekte sehr hilfreich sein.“

Nachdem Rebecca durch die Projektarbeit schon voll im Thema war, lag der Job als Werkstudentin bei Lilalu nahe. Sie unterstützt das Team nun seit Mitte April und findet besonders den pädagogischen und abwechslungsreichen Alltag bei Lilalu interessant. „Mein Eindruck ist, dass alle hier sehr respektvoll und engagiert in einem dynamischen jungen Team zusammenarbeiten. Außerdem fühlt es sich richtig an, für einen Träger wie die Johanniter zu arbeiten, der für etwas Gutes, Sinnvolles und Soziales steht.“

Rebeccas Familie ist auf der ganzen Welt verteilt und so interessieren kulturelle Unterschiede sie schon immer. Für die gebürtige Allgäuerin sind die Begegnungen in anderen Ländern sehr wertvoll, sie war unter anderem bereits in Amerika, Frankreich und für ein Semester in Stockholm. Auch nach dem Studium möchte sie gerne reisen, Indien steht ganz oben auf der Liste. Ihre Eltern waren gemeinsam dort und haben ihr viel davon erzählt, nun ist sie gespannt darauf, die spirituelle Welt dieses Landes selbst zu sehen. Davor oder danach möchte die Studentin auf alle Fälle auch noch die Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinmachen.

In ihrer Freizeit spielt die 23-Jährige Gitarre und schreibt dazu auch eigene Songs. Obwohl oder vielleicht auch gerade weil Rebeccas Vater Gitarren-Lehrer ist, begann sie erst mit 16 Jahren das Instrument zu lernen, aber inzwischen hatte sie schon ein paar kleine Auftritte, spielt in einer Band im Studentenwohnheim und jammt gerne.

Jede Woche geht Rebecca mit einer Laufgruppe gemeinsam laufen, was vor allem während des Lockdowns für sie ein guter Ausgleich war und ist. Außerdem hat sie über zehn Jahre lang Fußball gespielt, bis sie es zeitlich nicht mehr mit der Abiturvorbereitung vereinbaren konnte. Mit Freunden im Park kickt sie aber nach wie vor gerne. Und dieser Sport verbindet sie auch mit anderen Teammitglieder bei Lilalu. „Vielleicht kommt es ja mal zu einem Lilalu-Fußballspiel“, lacht sie.

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