Professionelles Hygienekonzept – Was bedeutet das bei Lilalu?

Klar, Abstand, Hygiene, Maske: Darauf muss jede/r im Corona-Alltag achten. Das Team eines Ferienprogramms aber muss noch viel mehr bedenken, um den Infektionsschutz für die Kinder und die Mitarbeitenden zu gewährleisten. Wie hält man in der Früh beim Bringen der Kinder die Abstände ein? Wer desinfiziert die Turnhallen? Welche Vorgaben gelten überhaupt für freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe? Und, nicht zuletzt: Wie vermittelt man die ganzen Regeln den Teilnehmenden so, dass sie sich miteingebunden fühlen und bei allem die Freude am Miteinander und der Spaß am sportlichen und künstlerischen Ausprobieren im Vordergrund stehen? Antworten darauf gibt hier Julia Grohnert aus der Lilalu-Sachgebietsleitung.

Was muss man denn alles beachten, wenn man ein Hygienekonzept für ein Ferienprogramm erstellt?

Julia Grohnert (lacht): Am Anfang muss man erst mal ganz viel lesen. Wir haben uns informiert, welchen Anforderungen Hygienekonzepte genügen müssen, wie sie im Detail gestaltet werden müssen und welche Verordnungen, Rahmenhygienepläne und Empfehlungen für uns als Anbieter eines Ferienprogramms überhaupt gelten. Den Rahmen gibt dabei die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vor. Wichtig sind auch die für uns geltenden Rahmenhygienepläne, die von verschiedenen Ministerien veröffentlicht werden, sowie das Hygienekonzept des Referats für Bildung und Sport zur Nutzung der städtischen Turnhallen.

Anschließend sind wir unser Ferienprogramm Schritt für Schritt durchgegangen, um herauszufinden, an welchen Stellen Anpassungen notwendig sind. Wir haben kritische Situationen identifiziert und geschaut, in welchen unserer bisherigen Abläufe die neuen Regeln und Maßnahmen nicht eingehalten werden können. Infolge dieser Analyse haben wir konkrete Maßnahmen für das Lilalu-Programm abgeleitet.

Wir haben also alle Informationen zusammengeführt und im nächsten Schritt geschaut, wie wir die Vorgaben für unser Programm adaptieren können. Als wir das erste Hygienekonzept zu Beginn der Pandemie entwickelt haben, haben wir uns mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus dem Bevölkerungsschutz der Johanniter-Unfall-Hilfe abgesprochen. Aus dieser engen Zusammenarbeit haben wir wertvolle Tipps für unser Konzept erhalten. Das Lilalu-Hygienekonzept haben wir natürlich auch beim Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München eingereicht, um von öffentlicher Seite eine Einschätzung dazu zu bekommen.

Und damit steht das Konzept dann?

Nein… Es muss fortlaufend aktualisiert werden, denn die behördlichen Vorgaben ändern sich ja auch immer wieder. Wir passen das Hygienekonzept jeweils an die aktuellen Vorgaben an und erarbeiten auch für die örtlichen und jahreszeitlichen Gegebenheiten individuell angepasste Maßnahmen. So kann die Bringsituation im Sommer beispielsweise im Freien stattfinden, während im Winter andere Alternativen gefunden werden müssen. Das Hygienekonzept ist genauso dynamisch wie die Gesamtsituation und muss jederzeit den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Wie sehen die Regelungen konkret aus?

Bei der Bringsituation der Kinder am Morgen zum Beispiel dürfen nicht zu viele Menschen auf oder in einem Raum sein. Sie müssen zudem Abstand zueinander halten. Wir bei Lilalu überlegen uns im Detail, wie wir das vor Ort gestalten können. Außerdem stehen in unserem Hygienekonzept natürlich auch die wichtigsten Standard-Maßnahmen, beispielsweise zum Abstand, zu den Masken und zur Kontaktnachverfolgung. Zu jedem Punkt gibt es ausgearbeitete Regelungen zur Umsetzung vor Ort.

Warum gibt es bei Lilalu eigens Hygienebeauftragte?

Die Hygienebeauftragten an allen Standorten sorgen dafür, dass die im Hygienekonzept festgelegten Maßnahmen und Abläufe in der Praxis auch eingehalten werden. Und: Haben Mitarbeitende, Kinder oder Eltern Fragen zu den Hygieneregeln oder zu deren Umsetzung, stehen sie mit Rat und Tat zur Seite.

Die Fachkräfte erinnern die Kinder zum Beispiel an das Tragen ihrer Maske und achten darauf, dass der Abstand gewährleistet ist. Sie unterstützen die Teammitglieder am Infopoint bei der Umsetzung der Maßnahmen für die Bring- und Abholsituation. Für einen reibungslosen Ablauf ist hier nämlich auch einfach Manpower gefragt. Die Hygienebeauftragten kennen die ganzen Regeln im Detail und wissen, ob sich etwas im Vergleich zu vorherigen Ferienproduktionen verändert hat.

Außerdem kennen sie die Besonderheiten der jeweiligen Standorte und helfen bei der regelmäßigten Desinfektion des Veranstaltungsortes mit. Die genutzten Räumlichkeiten und Sanitärräume werden täglich durch ein Reinigungsunternehmen gereinigt und desinfiziert. Um die Standards einzuhalten, sind zusätzlich noch die Hygienebeauftragten im Einsatz, so säubern und desinfizieren sie zum Beispiel regelmäßig die Türklinken und andere häufig angefasste Flächen.

Wie kommen denn die Kinder mit den ganzen Maßnahmen zurecht?

In den Sommerferien 2020, als wir erstmals die neuen Maßnahmen in einem Präsenzprogramm umgesetzt haben, hatten wir 1.500 Kinder in unseren Workshops. Ich muss sagen, ich war begeistert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kinder die AHA-Maßnahmen umgesetzt haben. Trotz der einschränkenden Regeln waren den Kindern deutlich der Spaß und die Freude während der Workshops anzusehen. In der Gruppe wurden die neuen Regeln gemeinsam besprochen. Jeder konnte sich einbringen, und Sorgen und Wünsche fanden ihren Platz. Nur wenn die Maßnahmen von Kindern, Eltern und Team getragen werden, kann ein erfolgreicher Programmablauf gewährleistet werden. Und genau darum bemühen wir uns stetig bei Lilalu.

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