Erprobte Alternativen – Rosalies Jahr 2020, von Online-Workshops bis Notbetreuung

Zu Beginn des letzten Jahres schien alles ganz normal zu sein. Rosalie, die ausgebildete Luftartistin und als echtes Lilalu-Urgestein vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bekannt ist, zeigte den jungen Artistinnen und Artisten in den Faschingsferien wie gewohnt Techniken, Tricks und Abfaller am Vertikaltuch. Vom „neuartigen Coronavirus“ hat sie, wie wir alle, zu diesem Zeitpunkt schon gehört. Welche Auswirkungen diese Nachricht auf den weiteren Verlauf des Jahres haben würde, war den meisten zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

Als die Thematik greifbarer wurde, mussten die Luftartistik-Workshops pausieren. Die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und Hilfestellungen an den Luftgeräten waren nicht mit den strengen Hygieneregeln zu vereinbaren, die Lilalu seit März umsetzt. So war Rosalie nicht wie geplant im Einsatz, langweilig wurde ihr aber dennoch nicht…

Rosalie, ausgebildete Luftartistin und langjähriges Mitglied der Lilalu-Familie, Foto: privat

Im ersten Lockdown gab es eine Maßnahme, die die meisten von uns so noch nicht erlebt haben: Gefühlt vom einen auf den anderen Tag schlossen Schulen und Kitas, die Kinder blieben zu Hause, die Eltern mussten umplanen. Um zumindest ein bisschen Abwechslung in die Münchner Kinderzimmer zu bringen, produzierte Rosalie, wie viele andere Lilalu-Workshopleiterinnen und Workshopleiter, Video-Tutorials, in ihrem Fall zum Thema Jonglage. „Sowas macht mir viel Spaß!“, berichtet uns Rosalie. „Eine Herausforderung ist die Technik, also zum Beispiel die Lichtverhältnisse und die Kameraführung. Und dass man vielleicht nicht die entsprechenden Räumlichkeiten hat.“ Da Rosalie aber bekanntlich prima erklären kann, wurde das Video sehr gut angenommen. Und sogar ein persönliches Feedback hat Rosalie erreicht, als sie im Olympiapark spazieren war: „Dort hat mich ein Vater angesprochen, dessen Kind mein Video gesehen hat und seitdem fleißig übt!“. Hier kannst du Rosalies Jonglage-Tutorial sehen.

Nachdem klar war, dass auch in den Pfingstferien kein Präsenz-Angebot stattfinden kann, konzipierte das Lilalu-Team das Online-Angebot Lilalu@Home. Rosalie war Teil des Themenbereichs „Geschick“ und gab den Teilnehmern auch dort Einblicke ins Thema Jonglage. Vor Beginn des Online-Angebots hatte Rosalie für das Begleitheft, das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorab per Post erhielten, Skizzen zu verschiedenen Jonglage-Techniken gezeichnet. Eine Herausforderung für Rosalie war hier, dass sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht wie sonst persönlich Hilfestellung geben konnte, „aber das Bällebasteln war schon ziemlich cool und die Grundlagen der Jonglage gingen auch gut.“.

Die Hoffnung und der Glaube daran, dass ein Präsenzangebot in den Sommerferien stattfinden kann, wuchsen nach den Pfingstferien immer mehr und motivierten das Lilalu-Team sehr. Auch Rosalie konnte es kaum erwarten, auch im „echten Leben“ wieder für glückliche Kinderaugen zu sorgen. Als klar war, dass das Angebot stattfinden kann, fiel allen Beteiligten und sicherlich auch vielen Münchner Familien ein Stein vom Herzen. Dennoch musste auch hier umgeplant werden: Um die Veranstaltungsgröße zu reduzieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Familien das Ferienprogramm gut erreichen können, fanden die Sommer-Workshops 2020 nicht zentral im Olympiapark statt, sondern an drei Standorten in München verteilt. Mit dabei war zum ersten Mal das Kulturzentrum Feierwerk am Westpark. Hier hat sich sowohl unser Team als auch unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr willkommen und wohl gefühlt, wie Rosalie erzählt: „Das war voll gut! Toller Ort, ganz angenehme Atmosphäre, auch von den Leuten her, die dort arbeiten. Der Park direkt um die Ecke mit ganz viel Platz war richtig gut! Man könnte in den Hallen wahrscheinlich sogar Luftgeräte aufhängen. Natürlich ist das Feierwerk was anderes als die Zelte im Olympiapark, die ja vor allem für die Show sehr schön sind, aber es war echt super.“

Zudem wurden für das Präsenzangebot in den Sommerferien 2020 eigens neue, kontaktarme Workshops konzipiert. Rosalie leitete vor Ort unter anderem den neuen Workshop „Hoop, Hüpf, Hurra! – Hula Hoop, Rope Skipping & Akrobatik“. Sie selbst sagt: „Rope Skipping funktioniert super, besonders das große Seil. Da hat man die ganze Gruppe dabei und kann viele schöne Sachen machen. Die Kinder konnten ihre eigenen Shows mit viel Kreativität gestalten.“ Eine persönliche Erinnerung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollte es natürlich auch geben. Nach der positiven Erfahrung mit dem Begleitheft bei Lilalu@Home gestaltete das Lilalu-Team für das Sommerferienprogramm eine überarbeitete und liebevoll an ein Präsenz-Angebot angepasste Variante. In dem ähnlich zu einem Tage- oder Freundebuch gestalteten Heft, konnten Notizen zur Workshopgruppe, den eigenen (Ferien-)Träumen und dem neu Gelernten gemacht werden. „Das war eine gute Idee.“, sagt Rosalie. „Man musste die Kinder schon ein bisschen motivieren, aber wir haben uns jeden Tag zusammen hingesetzt und es ausgefüllt. Mal morgens, mal nachmittags oder auch in einer Pause zwischendurch.“

Eindrücke aus den verschiedenen alternativen Angeboten

Die gefürchtete „zweite Welle“ erreichte uns bekanntlich im Herbst und hatte einen zweiten Lockdown zur Folge. So konnte das Weihnachtsferienprogramm leider nicht wie geplant stattfinden. Innerhalb kürzester Zeit konnte das Lilalu-Team aber auf eine Notbetreuung umstellen, um so den Münchner Familien, die auf eine Betreuung angewiesen sind, unter die Arme zu greifen. Rosalie war auch hier im Einsatz und hatte mit dem kleinen Team vor Ort und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spaß: „Die Kinder haben sich total gefreut, dass sie in der Turnhalle mal rumrennen oder auf den Matten toben konnten. Wir haben das Programm immer abgewechselt, mal kreativ, dann ein bisschen Jonglage und Rope Skipping, und immer wieder freies Spielen oder Gruppenspiele zwischendrin. Wir sind auch immer wieder mal eine halbe Stunde auf den Spielplatz raus. Den Kindern hat es offensichtlich sehr gut getan, mal wieder rauszukommen.“

Was wir aus dem vergangenen Jahr mitnehmen? In Zeiten Von Corona ist Flexibilität gefragt, aber eines ist sicher: Mit genügend Kreativität und Engagement geht immer was!

Übrigens: Rosalie freut sich schon jetzt auf die Osterferien 2021 – nach über einem Jahr sind hier endlich wieder Workshops in ihrer Lieblingsdisziplin, dem Vertikaltuch geplant.

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