Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten

Als Trainerin wieder auf die Schulbank

In unserem Azubi-Tagebuch kommt heute Isabel zu Wort, die seit April im Johanniter-Zelt der Möglichkeiten eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau macht.

Isabel auf Tour.

Akrobatin, Yogalehrerin, Zahlenjongleurin: Das ist Isabel

„Mein Name ist Isabel, und ich komme ursprünglich aus Berlin. Als Kind hatte ich Zirkus und Theater als Nachmittagskurse in der Schule und ich wollte später unbedingt Artistin werden, doch leider konnte ich das nie verwirklichen.

2010 habe ich mein Abitur in Schweden abgeschlossen und bin dann nach Berlin gezogen. In den letzten sieben Jahren habe ich im Kinderzirkus Cabuwazi auf dem Tempelhofer Feld gearbeitet.

Erst war ich als Co-Trainerin mit dabei. Da mir die Arbeit mit Zahlen sehr leicht fällt, bin ich schnell im Infobüro gelandet. Dort war ich zuständig für den Kontakt mit den Eltern und Workshopleitungen, sowie für den Nachmittagsbereich mit über 500 Kindern und Jugendlichen in der Woche.

Nach sechseinhalb Jahren Cabuwazi war etwas Neues dran: Ich bin nach München gezogen und habe dort auch geheiratet. Da tat sich dann die Chance für mich auf, eine Umschulung zu beginnen, als Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau im Johanniter-Zelt der Möglichkeiten. Diese habe ich natürlich freudestrahlend ergriffen – nur selten wird einem die Möglichkeit geboten, von einem Zirkuszelt ins nächste umzuziehen.

Hier bin ich nun seit April in der Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau und schon im November 2023 werde ich dann meine Abschlussprüfungen ablegen. Ich bin auch ausgebildete Yogalehrerin und LifePurposeCoach (finde deine Berufung und deine Lebensfreude). Beides würde ich gerne in Zukunft in meinen Job im Johanniter-Zelt der Möglichkeiten einfließen lassen.

In meiner Freizeit bin ich unglaublich gerne an der frischen Luft und in der Natur mit meinen beiden Hündinnen Anouk und Mia.“

Isabel mit ihren Hündinnen Anouk und Mia.

Tanzakrobatik & Exen: Das hat Isabel im Oktober erlebt

„Nach zwölf Jahren sitze ich nun wieder auf einer Schulbank. Das war erstmal sehr kurios. Stifte und Blöcke kaufen und meine alte Stifterolle wieder ausgraben. Aber ich muss sagen: Es macht richtig Spaß! Auch habe ich wirklich Glück gehabt mit der Klasse. Ich bin zwar mit meinen 31 Jahren die Älteste, aber gleich nach mir kommt mit 28 schon der nächste. Viele haben schon studiert oder auch schon eine fertige Ausbildung, sind aus dem Ausland und sprechen erst seit fünf Monaten deutsch. Die Jüngsten sind 16, das rundet die Klasse wirklich ab. Im Oktober habe ich auch schon meine ersten Exen geschrieben.

Und ich bin im Zelt der Möglichkeiten nun auch noch als Trainerin im Einsatz: Ich habe die Tanzakrobatik-Gruppe übernommen und freue mich sehr über die Abwechslung, die dadurch entsteht.

Vor Kurzem war ich für drei Tage in Wiesbaden auf einer Fortbildung zum Thema Sicherheit. Wir haben gelernt, was alles zu beachten ist, wenn ein Trapez, ein Chinese Pole, ein Fangstuhl oder die Strapaten aufgehängt werden. Vom Riggingpunkt über die Requisite bis zur Person haben wir verstehen gelernt, die Bruchlast und die Dauerlast zu errechnen. Und wir haben viel über den rechtlichen Hintergrund für künstlerische und zirzensische Darstellung gelernt. Das hat mir wirklich nochmal die Augen geöffnet: wie viel es dabei zu bedenken und zu beachten gibt.

Isabel im Handstand an ihrem Arbeitsplatz. Fotos: privat

Als der Oktober sich dem Ende zuneigte, bin ich zu meiner Familie nach Potsdam gefahren, um vor unserer weihnachtlichen Zeit im Johanniter-Zelt der Möglichkeiten noch etwas Pause zu haben. Mittlerweile sind wir auch schon in den ersten Vorbereitungen für unsere Abschluss-Show im Dezember. Nach sehr langer Zeit darf auch ich mal wieder eine Nummer konzipieren. Ich bin gespannt, wie ich mich machen werde :-)“

%d Bloggern gefällt das: